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Schritt für Schritt zur Kreislauflösung

Erstellt von Julia Paul | |   Einkauf

Wie gelingt es, eine Kreislauflösung zum Bestandteil Ihrer Facility Strategie zu machen? Das fragen sich (und uns!) viele Facility Manager. In diesem Blog nehmen wir Sie an die sprichwörtliche Hand und führen Sie an die wichtigsten Fragen zum Thema heran.

Die Voraussetzung: Eine neue Sicht auf die Beschaffung

Wenn Sie Kreislauflösungen einführen möchten, müssen Sie als Facility Manager die Produktbeschaffung aus einer anderen Perspektive betrachten: Sie sind dann nicht nurzuständig für die Produkte, die in Ihrer Organisation genutzt werden. Sie sind damit auchfür die Rohstoffe verantwortlich, die in Ihr Unternehmen gelangen – und darüber hinaus,
ob und wie diese Rohstoffe Ihre Organisation wieder verlassen. Mit den folgenden Fragen finden Sie heraus, ob die Produkte, die Sie einkaufen, zu einer zirkulären Anwendung beitragen

1. Welchen Weg nimmt das Produkt?

Die Herkunft, die Nachhaltigkeit und die Frage, was am Ende des Lebenszyklus aus demProdukt wird: Das sind die wichtigsten Faktoren für Ihre Entscheidung zugunsten einer Kreislauflösung. Wenn Sie kreislauforientiert einkaufen möchten, fragen Sie sich also: „Welcher Rohstoff wird verwendet?“, „Woher stammt der Rohstoff? „Kann ich ihn wiederverwenden?" und schließlich die wichtigste Frage: "Wenn er für mich zu Abfall wird, wer könnte ihn sinnvoll als sekundären Rohstoff weiterverwenden?"

2. Was geschieht mit dem Produkt nach dem Gebrauch?

Nehmen wir an, ein Produkt hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht – was geschieht dann mit ihm? Wird es zu Abfall? Kann es komplett recycelt werden? Oder gibt es Teile,die in anderen Anwendungen wiederverwendet werden können?

Denken Sie bereits im Vorfeld darüber nach. So können Sie vermeiden, dass Produkte nachdem Gebrauch auf der Mülldeponie landen. Indem Sie kritisch prüfen, ob es für einProdukt eine neue Verwendung gibt, denken Sie im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

3. Gibt es Produkte, die zum Rohstoff für andere Produkte werden können?

Ist es möglich, dass Ihr Abfall zu einem Rohstoff wird? Und kann Ihre Organisation dieProdukte, die daraus hergestellt werden, wieder nutzen? Wenn das möglich ist, haben Sieeine echte Kreislauflösung.

Nehmen Sie zum Beispiel Kaffeebecher aus Pappe. Wenn sie getrennt gesammelt werden, können diese Becher ein Rohstoff für die Herstellung von Hygienepapier sein. Pappbecherund Toilettenpapier: Beides sind unterschiedliche Produktkategorien, aber beide werden gleichzeitig in Organisationen verwendet. Wenn das Hygienepapier dann in derselbenOrganisation verwendet wird, aus der die Kaffeebecher stammen, schließt sich Ihr Kreislauf.

4. Wie wird Ihr Abfall zum Rohstoff?

Das Letzte, was Sie mit einer Kreislauflösung wollen: dass sich die Art und Weise des Recyclings bzw. der Weiterverwertung negativ auf die Umwelt auswirkt. Wenn Sie also die Chance haben, Abfallströme Ihrer Organisation in Rohstoffe für neue Produkte umzuwandeln, finden Sie heraus, wie dieser Produktionsprozess abläuft.

Seien Sie kritisch und stellen Sie Fragen über die Verwendung von schädlichen oder nicht schädlichen Zusatzstoffen in diesem Prozess, lassen Sie sich über die Menge und Art derEnergie und des Wassers aufklären und ob es CO 2 -Emissionen oder Deponieabfälle gibt. Im Produktionsprozess von z.B. Toiletten- und Handtuchpapier haben derartige Kriterien einen großen Einfluss. Prüfen Sie auch die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung, damit Sie den Produktionsprozess mit eigenen Augen sehen können.

5. Mit wem muss ich zusammenarbeiten, um eine Kreislauflösung umzusetzen?

Wenn Sie sich diese Frage stellen, haben Sie den wichtigsten Punkt bereits erkannt: Denn um eine Kreislauflösung zu gestalten, sind in der Regel mehrere Parteien notwendig – und zwar intern wie extern.

Beziehen Sie Ihre Kolleginnen vom Einkauf und die Vertragsmanager mit ein, wenn Sie den Dialog mit Ihren Lieferanten beginnen, und bitten Sie sie um Unterstützung. Oft gibt es auch innerhalb laufender Verträge Gestaltungsmöglichkeiten.

Um beim Beispiel des Pappbechers zu bleiben: Hierbei spielen der Abfalldienstleister, der Hersteller und der Vertriebspartner für Toilettenhygiene eine Rolle. Es sind Parteien, mit denen Sie normalerweise separat über ihre Produkte oder Dienstleistungen sprechen würden. Streben Sie aber eine Kreislauflösung an, holen Sie diese Partner an einen Tisch, um deren jeweilige Rolle in der Lieferkette zu diskutieren und zu gestalten.

6. Ist ein regionaler oder lokaler Kreislauf möglich?

Wo wird ein (Kreislauf-)Produkt hergestellt? Die regionale oder lokale Produktion ist ein Faktor, der in die Gesamtumweltbelastung eines Produkts einfließt. Der Transport kann eine besonders große Auswirkung haben, wenn das Produkt nur eine kurze Lebensdauer hat – so im Fall eines Verbrauchsmaterials wie Handtuch- oder Toilettenpapier. Sie sollten eine regionale/lokale Produktion bevorzugen, um die Umweltbelastung so niedrig wie möglich zu halten

7. Eine weitere Option: Kann ich für die laufende Nutzung zahlen?

Mit der Kreislaufwirtschaft entstehen neue Geschäftsmodelle. Während Sie sich früher für den Kauf eines Produkts entschieden haben, können Sie das gleiche Produkt heute auch oft auch mieten oder für eine bestimmte Vertragslaufzeit leihen.

Sie zahlen dann den vereinbarten Betrag für die Nutzung oder den Verbrauch (z.B. Toiletten- oder Handtuchpapier) und der Hersteller bleibt Eigentümer der Hardware (der Spender). Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, wie die Anzahl der Transportbewegungen für die Verbrauchsmaterialien reduziert werden kann.

Wiederholungslieferungen haben die größten Auswirkungen auf die Umwelt. Seien Sie offen dafür, Ihren Lieferanten für eine Mehrwert seiner Logistikdienstleistungen zu entschädigen: Wenn Ihr Partner seine Lagerverwaltung effizienter organisiert und dafür eine Vergütung erhält, haben Sie eine höchst nachhaltige Zusammenarbeit in der Lieferkette: Jedes Glied erhält seine Existenzberechtigung, aber unnötige Kosten und Umweltbelastungen werden aus der Kette entfernt.

Eine Kreislauflösung in der Praxis

Wer hätte gedacht, dass der Bürokaffee etwas mit Toilettenhygiene zu tun haben könnte? Hat es, und die niederländische Volksbank zeigt, wie eine Kreislauflösung in der Praxis aussehen kann. Sie hat ihren Restmüll um die Hälfte reduziert, indem sie Kaffeebecher aus Pappe sammelt und als Rohstoff für eigenes Toiletten- und Handtuchpapier verwendet.

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Erfahren Sie, wie die Volksbank den Weg der Kreislaufwirtschaft eingeschlagen hat.