Schritt für Schritt zur Kreislauflösung

Wie gelingt es, eine Kreislauflösung zum Bestandteil Ihrer Facility Strategie zu machen?
Das fragen sich (und uns!) viele Facility Manager. In diesem Blog nehmen wir Sie an die sprichwörtliche Hand und führen Sie an die wichtigsten Fragen zum Thema heran.

Die Voraussetzung: eine neue Sicht auf die Beschaffung

Wenn Sie Kreislauflösungen einführen möchten, müssen Sie als Facility Manager die
Produktbeschaffung aus einer anderen Perspektive betrachten: Sie sind dann nicht nur
zuständig für die Produkte, die in Ihrer Organisation genutzt werden. Sie sind damit auch
für die Rohstoffe verantwortlich, die in Ihr Unternehmen gelangen – und darüber hinaus,
ob und wie diese Rohstoffe Ihre Organisation wieder verlassen.

Mit den folgenden Fragen finden Sie heraus, ob die Produkte, die Sie einkaufen, zu einer
zirkulären Anwendung beitragen

1. Welchen Weg nimmt das Produkt?

Die Herkunft, die Nachhaltigkeit und die Frage, was am Ende des Lebenszyklus aus dem
Produkt wird: Das sind die wichtigsten Faktoren für Ihre Entscheidung zugunsten einer
Kreislauflösung. Wenn Sie kreislauforientiert einkaufen möchten, fragen Sie sich also:
"Welcher Rohstoff wird verwendet?“, „Woher stammt der Rohstoff?", "Kann ich ihn
wiederverwenden?" und schließlich die wichtigste Frage: "Wenn er für mich zu Abfall
wird, wer könnte ihn sinnvoll als sekundären Rohstoff weiterverwenden?&quot

2. Was geschieht mit dem Produkt nach dem Gebrauch?

Nehmen wir an, ein Produkt hat das Ende seines Lebenszyklus erreicht – was geschieht
dann mit ihm? Wird es zu Abfall? Kann es komplett recycelt werden? Oder gibt es Teile,
die in anderen Anwendungen wiederverwendet werden können?

Denken Sie bereits im Vorfeld darüber nach. So können Sie vermeiden, dass Produkte nach
dem Gebrauch auf der Mülldeponie landen. Indem Sie kritisch prüfen, ob es für ein
Produkt eine neue Verwendung gibt, denken Sie im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

3. Gibt es Produkte, die zum Rohstoff für andere Produkte werden können?

Ist es möglich, dass Ihr Abfall zu einem Rohstoff wird? Und kann Ihre Organisation die
Produkte, die daraus hergestellt werden, wieder nutzen? Wenn das möglich ist, haben Sie
eine echte Kreislauflösung.

Nehmen Sie zum Beispiel Kaffeebecher aus Pappe. Wenn sie getrennt gesammelt werden,
können diese Becher ein Rohstoff für die Herstellung von Hygienepapier sein. Pappbecher
und Toilettenpapier: Beides sind unterschiedliche Produktkategorien, aber beide werden
gleichzeitig in Organisationen verwendet. Wenn das Hygienepapier dann in derselben
Organisation verwendet wird, aus der die Kaffeebecher stammen, schließt sich Ihr
Kreislauf.

4. Wie wird Ihr Abfall zum Rohstoff?

Das Letzte, was Sie mit einer Kreislauflösung wollen: dass sich die Art und Weise des
Recyclings bzw. der Weiterverwertung negativ auf die Umwelt auswirkt.
Wenn Sie also die Chance haben, Abfallströme Ihrer Organisation in Rohstoffe für neue
Produkte umzuwandeln, finden Sie heraus, wie dieser Produktionsprozess abläuft.

Seien Sie kritisch und stellen Sie Fragen über die Verwendung von schädlichen oder nicht
schädlichen Zusatzstoffen in diesem Prozess, lassen Sie sich über die Menge und Art der
Energie und des Wassers aufklären und ob es CO 2 -Emissionen oder Deponieabfälle gibt. Im
Produktionsprozess von z.B. Toiletten- und Handtuchpapier haben derartige Kriterien
einen großen Einfluss. Prüfen Sie auch die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung, damit
Sie den Produktionsprozess mit eigenen Augen sehen können.

5. Mit wem muss ich zusammenarbeiten, um eine Kreislauflösung umzusetzen?

Wenn Sie sich diese Frage stellen, haben Sie den wichtigsten Punkt bereits erkannt: Denn
um eine Kreislauflösung zu gestalten, sind in der Regel mehrere Parteien notwendig – und
zwar intern wie extern.

Beziehen Sie Ihre Kolleginnen vom Einkauf und die Vertragsmanager mit ein, wenn Sie
den Dialog mit Ihren Lieferanten beginnen, und bitten Sie sie um Unterstützung. Oft gibt es
auch innerhalb laufender Verträge Gestaltungsmöglichkeiten.

Um beim Beispiel des Pappbechers zu bleiben: Hierbei spielen der Abfalldienstleister, der
Hersteller und der Vertriebspartner für Toilettenhygiene eine Rolle. Es sind Parteien, mit
denen Sie normalerweise separat über ihre Produkte oder Dienstleistungen sprechen
würden. Streben Sie aber eine Kreislauflösung an, holen Sie diese Partner an einen Tisch,
um deren jeweilige Rolle in der Lieferkette zu diskutieren und zu gestalten.

6. Ist ein regionaler oder lokaler Kreislauf möglich?

Wo wird ein (Kreislauf-)Produkt hergestellt? Die regionale oder lokale Produktion ist ein
Faktor, der in die Gesamtumweltbelastung eines Produkts einfließt. Der Transport kann
eine besonders große Auswirkung haben, wenn das Produkt nur eine kurze Lebensdauer
hat – so im Fall eines Verbrauchsmaterials wie Handtuch- oder Toilettenpapier. Sie sollten
eine regionale/lokale Produktion bevorzugen, um die Umweltbelastung so niedrig wie
möglich zu halten

7. Eine weitere Option: Kann ich für die laufende Nutzung zahlen?

Mit der Kreislaufwirtschaft entstehen neue Geschäftsmodelle. Während Sie sich früher für
den Kauf eines Produkts entschieden haben, können Sie das gleiche Produkt heute auch
oft auch mieten oder für eine bestimmte Vertragslaufzeit leihen.

Sie zahlen dann den vereinbarten Betrag für die Nutzung oder den Verbrauch (z.B.
Toiletten- oder Handtuchpapier) und der Hersteller bleibt Eigentümer der Hardware (der
Spender). Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, wie die Anzahl der
Transportbewegungen für die Verbrauchsmaterialien reduziert werden kann.

Wiederholungslieferungen haben die größten Auswirkungen auf die Umwelt. Seien Sie
offen dafür, Ihren Lieferanten für eine Mehrwert seiner Logistikdienstleistungen zu
entschädigen: Wenn Ihr Partner seine Lagerverwaltung effizienter organisiert und dafür
eine Vergütung erhält, haben Sie eine höchst nachhaltige Zusammenarbeit in der
Lieferkette: Jedes Glied erhält seine Existenzberechtigung, aber unnötige Kosten und
Umweltbelastungen werden aus der Kette entfernt.

Eine Kreislauflösung in der Praxis

Wer hätte gedacht, dass der Bürokaffee etwas mit Toilettenhygiene zu tun haben könnte?
Hat es, und die niederländische Volksbank zeigt, wie eine Kreislauflösung in der Praxis
aussehen kann. Sie hat ihren Restmüll um die Hälfte reduziert, indem sie Kaffeebecher aus
Pappe sammelt und als Rohstoff für eigenes Toiletten- und Handtuchpapier verwendet.

Wollen auch Sie Ihre Nachhaltigkeitsziele durch einen geschlossenen Kreislauf erreichen?
Dann lesen Sie unsere Fallstudie und werfen Sie eine Blick hinter die Kulissen: Erfahren
Sie, wie die Volksbank gemeinsam mit ihren Partnern den Weg der Kreislaufwirtschaft
eingeschlagen hat.

Möchten Sie dies weiter in Detail besprechen, dann kontaktieren Sie mich bitte persönlich:
Julia Paul
op 26 Mai, 2021
Sales Manager Sustainable Solutions | Nachhaltigkeit | Business Development

Fallstudie
ErfahrenSie, wie die Volksbank den Weg der Kreislaufwirtschaft eingeschlagen hat.