Nachhaltig Einkaufen & Kreislaufwirtschaft: Worauf Sie achten sollten

Nachhaltigkeit und Klimaschutz – das sind die großen Zukunftsthemen für uns und kommende Generationen. Dabei kommt auf ganze Organisationen und jeden Einzelnen an. Denn das Ziel, nachhaltiger zu werden, wird in der Chefetage gesetzt. Doch die Umsetzung erfolgt in allen Bereichen eines Unternehmens.

Dem Einkauf kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu: Er trifft Entscheidungen, die deutlich zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können. Die Einführung von Kreislauflösungen ist eine davon. Doch wie nähern Sie sich im Einkauf diesem Thema überhaupt an? Das erläutert Ihnen dieser Beitrag.

Zirkulär einkaufen: Es geht um Rohstoffe – und den Kreislauf von Materialien

Der gewissenhafte Umgang mit Rohstoffen ist ein wichtiger Aspekt beim Streben nach mehr Nachhaltigkeit. Recycling ist ein guter Schritt, aber es geht noch besser. Denn wenn eine Organisation langfristig Rohstoffe schonen will, muss das Denken in Kreisläufen zum Bestandteil des Geschäftsbetriebs werden – und damit der Einkauf von zirkulären Lösungen.

Beim zirkulären Einkauf kommt es nicht nur darauf an, wie Ihre Organisation die Produkte nutzt. Sondern auch, was mit den Produkten geschieht, wenn sie das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Dann sollten die Materialien nämlich wieder- und weiterverwendet werden können.

Nachhaltiger Einkauf – die Kernfrage

Beim herkömmlichen Einkauf dreht es sich um Produkte und Kosteneinsparungen. Beim zirkulären Einkauf dreht sich alles darum, Lösungen zu identifizieren, mit denen die Nachhaltigkeitsziele der Organisation erfüllt werden.

Die erste Frage bei dieser Form des Einkaufs lautet also nicht „Was kostet das?“ oder „Welches Produkt ist das Günstigste?“ sondern: „Wie kann ich mit dieser Lösung unser Nachhaltigkeitsziel erreichen?“ Denn wenn Sie in Kreisläufen denken, haben Sie von Anfang an die langfristigen Auswirkungen ihrer Kaufentscheidung auf die Umwelt vor Augen.

Zirkulär einkaufen: Umdenken vom Produkt zum Prozess

Beim zirkulären Einkauf fragen Sie daher häufig gar keine konkreten Produkte an, sondern Sie suchen nach der Lösung für einen nachhaltigen Bedarf. Eine zirkuläre Lösung muss daher keine physisches Produkt, sondern kann auch eine Dienstleistung sein. Zum Beispiel „Washroom-as-a-service“: Dabei wird ein Vertrag aufgesetzt, in dem für jeden Mitarbeiter ein fester Betrag definiert wird.

Ein anderes Beispiel: Wenn Ihre Organisation Bürostühle benötigt, lautet Ihre Anfrage nicht mehr „Wir benötigen 100 Stühle“, sondern „Wir benötigen ergonomische, nachhaltig erzeugte und langlebige Sitzgelegenheiten für 100 FTE, die in die Kreislaufwirtschaft überführt werden können“. Dann wählen Sie z.B. den Möbellieferanten aus, der ein Rücknahmeprogramm bietet, bei dem die Stühle also durch zirkuläre re-furniture Maßnahmen wiederverwertet werden.

Ist der zirkuläre Einkauf teuer?

Für Sie ist von zentraler Bedeutung, dass die Lösungen, die Sie einkaufen, auch nach Gebrauch noch einen Wert für die Organisation haben. Es ist möglich, dass eine zirkuläre, nachhaltige Lösung in der Anschaffung teurer ist als eine konventionelle – aber langfristig Kosten einspart, z.B. durch niedrigere CO2-Emissionen oder geringere Entsorgungskosten. Dies sind Einsparungen, die in Ihre Kosten/Nutzen- Rechnung einfließen können.

Sie sollten also herausfinden, wie hoch die Kosten einer Kreislauflösung pro Jahr im Vergleich zu herkömmlichen Einkäufen sind. Beziehen Sie Ihre Lieferanten ein und holen Sie alternative (Finanzierungs-)Modelle ein. Denn nun sind Sie nicht nur auf der Suche nach konkreten Produkten, sondern nach intelligenten Lösungen, die in Ihrer Organisation für messbar mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Möchten Sie dies weiter in Detail besprechen, dann kontaktieren Sie mich bitte persönlich:
Henrik Stolle
op 14 Oktober, 2021

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