Kreislaufwirtschaft oder Cradle-to-Cradle?

Viele Unternehmen haben das Thema Nachhaltigkeit heute in ihren Zielen verankert: Sie wollen umweltfreundlicher wirtschaften und CO2 reduzieren, den Einkauf nachhaltiger gestalten und aktiv Abfall vermeiden. Dabei sehen sie sich oft vor einer Entscheidung: Cradle to Cradle oder Kreislaufwirtschaft?

Doch die Frage ist falsch gestellt: Denn die beiden Konzepte sind keine Gegensätze, sondern nah verwandt. Wir erläutern Ihnen, warum – und wie das in der Praxis aussieht.

Was ist überhaupt Cradle to Cradle?
"Cradle to Cradle" (kurz: C2C) bedeutet wörtlich "von der Wiege zur Wiege". Jedes Produkt, das hergestellt wird, soll letztlich zur Geburt eines neuen Produkts führen. In solch einem Kreislauf geht nichts verloren; alle Materialien können wiederverwendet werden. Die Idee stammt ursprünglich aus der Natur. Hier gibt es keinen Abfall, das Ende von einem ist der Anfang von etwas anderem. Die Kreislaufwirtschaft wiederum (auch zirkuläre Wirtschaft oder Circular Economy genannt) konzentriert sich in erster Linie auf die bestmögliche Wiederverwendung von Produkten.

Cradle to Cradle beginnt bereits beim Design- und Produktionsprozess. Dabei setzt es auf zwei geschlossene Kreisläufe ohne jeden Abfall:

Der biologische Kreislauf: Innerhalb dieses Kreislaufs wird sichergestellt, dass alle in einem Produkt verwendeten Inhaltstoffe biologisch abbaubar oder unschädlich sind. Das Ziel: Materialien sollen in die Umwelt zurückgeführt werden und dort als Rohstoffe für weitere natürliche Prozesse dienen.

Der technische Kreislauf: Ein Produkt wird von vornherein so entworfen und produziert, dass es ohne Wertverlust repariert oder wiederverwendet werden kann.
(Dies wird oft mit Recycling verwechselt; Recycling aber verschiebt lediglich den "traditionellen" Prozess von Herstellung, Nutzung und Entsorgung: Am Ende landet das Produkt eben doch im Müll.)

Einem Cradle to Cradle-Produkt sehen Sie seine Herkunft (und seine Zukunft) auf den ersten Blick meist nicht an. Erst ein unabhängiges Zertifikat stellt sicher, dass ein Produkt wirklich Cradle to Cradle ist. Dazu muss es fünf Kriterien erfüllen:

  • Gesunde Materialien: Alle Inhaltsstoffe müssen bekannt, dokumentiert und für Mensch und Umwelt
    unbedenklich sein.
  • Wiederverwendung von Materialien: Alle Materialien im Produkt erhalten nach Gebrauch ein neues Leben.
    Entweder sind sie biologisch abbaubar (biologischer Kreislauf), oder die Bestandteile können für die Herstellung
    eines neuen Produkts verwendet werden (technischer Kreislauf).
  • Erneuerbare Energie: Der Produktionsprozess muss die Energie aus erneuerbaren Quellen, z.B. Sonnen-,
    Windenergie oder Wasserkraft beziehen.
  • Wassermanagement: Unternehmen, die Cradle to Cradle arbeiten wollen, müssen nachweisen, dass sie
    verantwortungsvoll und effizient mit Wasser umgehen und dass ihr Abwasser sauber ist.
  • Soziale Verantwortung und Geschäftsethik: Unternehmen müssen nachweisen, dass sie sich an höchste
    Grundsätze der Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und anderen (potenziellen) Interessengruppen halten.

Ein Gegensatz, der keiner ist: Cradle to Cradle und Kreislaufwirtschaft
Der Hauptunterschied zwischen Cradle to Cradle und der Kreislaufwirtschaft besteht also darin, dass Cradle to Cradle den gesamten Produktionsprozess betrachtet, die Kreislaufwirtschaft hingegen die Wiederverwendung von Materialien.

Bei BlackSatino erleben wir häufig, dass Unternehmen glauben, sich zwischen den beiden Konzepten entscheiden zu müssen. Wir betrachten sie jedoch nicht als Gegensatz; vielmehr ergänzen und überschneiden sie sich. Besonders deutlich wird das beim Kriterium der Wiederverwendung von Materialien.

Und wie sieht das in der Praxis aus?
Auch Sie können im Unternehmen mit Cradle-to-Cradle-zertifizierten Produkten geschlossene Kreisläufe schaffen. Die Produkte von BlackSatino – also Hygieneartikel und Sanitärausstattung – sind Beispiele dafür, wie das in der Praxis aussieht.

So bestehen die Rohstoffe, die wir für BlackSatino Hygienepapier verwenden, aus Papierabfallströmen, die wir recyceln. Dabei stellen wir sicher, dass alle von uns verwendeten Roh- und Zusatzstoffe für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.

Dazu arbeitet die WEPA aktiv mit ihren Kunden zusammen, um geschlossene Kreisläufe zu verwirklichen: Indem wir sicherstellen, dass die Papierströme der Kunden wieder bei uns in der Produktion ankommen, kann WEPA sie wieder zu Toiletten- und Handtuchpapier verarbeiten. Als BlackSatino geht solch ein Hygienepapier schließlich an genau das Unternehmen zurück, das uns den Rohstoff liefert: ein echter Kreislauf, der zu deutlich mehr Nachhaltigkeit beiträgt!

Möchten Sie dies weiter in Detail besprechen, dann kontaktieren Sie mich bitte persönlich:
Henrik Stolle
op 25 November, 2020

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